About Hurricane Irene

Posted: 25 September, 2011 in Translation
Tags:

Not long after Hurricane Irene had passed over New Jersey did we do this translation about it in class. I actually could identify myself with those tho thought that it would be a perfect occasion for partying.

Im Auge des SturmsVon Jordan Mejias

Hunderttausende von New Yorkern, die vorsichtshalber evakuiert wurden, weil sich ihre Wohnungen zu nah am Wasser befanden, hätten gern auf ein solches Wochenende verzichtet. Zwangsevakuierungen verhängte Bürgermeister Michael Bloomberg, gab allerdings gleich zu erkennen, dass der Zwang nicht polizeilich ausgeübt wird und jeder, der sich ihm entzieht, keine strafrechtlichen Konsequenzen zu befürchten hat. Selbst Luxuslofts im Nobelstadtteil Tribeca fanden sich mitten in der Gefahrenzone wieder. Improvisierte Dämme aus Sandsäcken, in Notunterkünfte umfunktionierte Schulen und Colleges sollten Schutz bieten vor Irene. In den Straßen der als sicher geltenden Gegenden, etwa von Greenwich Village, herrschte dafür eine geradezu entspannte Urlaubsatmosphäre. Zur Abwechslung gehörte das Viertel seinen Bewohnern. Zum ersten Mal in der Geschichte New Yorks fuhren keine U-Bahnen, Busse und Züge mehr. Der Straßenverkehr war spärlicher als am Weihnachtsmorgen. Taxis hatten freie Fahrt. Aber selbst im Regen, wenn sie sonst unauffindbar oder besetzt sind, suchten viele Taxis vergeblich nach Fahrgästen. Und wo waren die Sirenen der Polizei, der Feuerwehr, der Krankenwagen? Die laute Stadt summte vor sich hin, sie flüsterte.

New York lotete aus, ob es – gegen seine Natur – zur Geisterstadt taugt. Derart verlassen hatten einige Straßenzüge noch niemals zuvor vor sich hin gedämmert. Kinos, Theater und Museen, alle geschlossen. Die ängstlichsten oder nur vorsichtigsten Ladenbesitzer hatten ihre Schaufenster mit Sperrholzplatten vernagelt oder zumindest mit breiten Klebestreifen zu schützen versucht. Lediglich die unerschütterlichen Koreaner hielten weiter Obst, Gemüse, Blumen und Bier im Sechserpack feil. Zwischen den dunklen, vergitterten Supermärkten, Schuhgeschäften, Buchhandlungen, Zeitungskiosken, Restaurants dann hier und da ein Lichtschimmer, wummernde Bässe, laute Stimmen und ausgelassene Stimmung. Irene ist nicht der erste Hurrikan, der, wie bedrohlich auch immer, als Partygelegenheit begriffen wird. Die Untergangsszenarien, seit Tagen von den Medien genüsslich ausgemalt in den grellsten, krassesten Farben, machten da bloß mehr Lust auf ein alkoholseliges Kontrastprogramm. In Frau Begbicks Worten: “Denn da es einen Hurrikan gibt/Drum können wir alles tun.“

Im Laufe der Nacht und des Morgens nahm die Lust auf eine Hurrikanparty gleichwohl ab. Die Nachrichten verschlechterten sich, je näher Irene wirbelte. Trotzdem, so richtig bang um die Haltbarkeit von Fensterscheiben konnte es einem auch im fünfzehnten Stock nicht werden. Seit Tagen schob die Hausverwaltung Blätter unter die Tür, mit immer neuen Verhaltensvorschriften im Fall eines Hurrikans: “Lebensmittel, Wasser, Arznei, Taschenlampen, zusätzliche Batterien und ein wenig Bargeld gehören zur Grundausstattung.“ Wer während des Sturms versehentlich seine Fenster geöffnet lasse, habe, wie es die Geschichte lehre, die größten Schäden an der Struktur eines Gebäudes mitverursacht. Das klang nach einer Warnung nicht nur vor dem Hurrikan, sondern auch vor unserer Nachlässigkeit.

Der Hurrikan gab seine zerstörerische Kraft recht langsam zu erkennen. Erst in den düsteren, bleiernen Morgenstunden machte er ernst in New York. Irene nahm sich Zeit, um ihre Wut weniger im Wind als in unaufhörlichem Regen auszulassen. Was damals in Mahagonny vermutet wurde, nämlich dass der Tod aus dem Wasser hervortrete, bestätigte sich jetzt an der Ostküste in all seiner bedrückenden Wirklichkeit. Todesopfer, Überschwemmungen, Millionen von Menschen ohne Stromversorgung. Das alles ausgelöst wie in Zeitlupe.

New York muss erst wieder zu sich kommen, um Bilanz zu ziehen. Wird die Waagschale mehr zur Erleichterung als zur Bestürzung neigen? Abzuwägen ist ja nicht allein der Hurrikan. Vor ihm kam das Erdbeben, und in weniger als zwei Wochen hat die Stadt keine andere Wahl, als zum zehnten Mal ihre Erinnerung an die Terrorangriffe des 11. September aufzufrischen. Es reicht. Auch New Yorker stellen sich einen aufregenden Sommer lieber anders vor. Niemand jedenfalls wird Bloomberg bezichtigen können, untätig geblieben zu sein. Er hat sämtliche Register der Vorsorge gezogen. Vielleicht saß ihm das Debakel um den weihnachtlichen Schneesturm noch in den Knochen. Aber seine Hauptaufgabe lautete: Alles tun, um zu vermeiden, dass Irene und Katrina in einem Atemzug genannt werden.

Bertolt Brecht erzählt, dass in Mahagonny, in dieser Nacht des Entsetzens, ein einfacher Holzfäller namens Paul Ackermann die Gesetze der menschlichen Glückseligkeit fand. Nicht nur jetzt, nach dieser New Yorker Sturmnacht, klingen sie eher wie ihr Gegenteil: “Wir brauchen keinen Hurrikan/Wir brauchen keinen Taifun/Denn was er an Schrecken tun kann/Das können wir selber tun.“ Von nun an sei der Leitspruch der Leute von Mahagonny das Wort: “Du darfst.“ Wie sie es in der Nacht des Grauens gelernt hätten, erklärt Brecht. Da ist hoffentlich Schluss mit der Ähnlichkeit zwischen den beiden Hurrikanen und den beiden Städten. Statt an Brecht und seine Metaphern halten wir uns darum an Bloomberg, den prosaischen Bürgermeister, der im Katastrophenstress nicht seine stadtväterliche Zuversicht verlor und seinen Mitbürgern bescheinigte, sie zeigten sich im Notfall wieder von ihrer besten Seite.

In the Eye of the StormBy Jordan Mejias

Hundreds of thousands of New Yorkers, who had been evacuated as a precaution because their homes were too close to the water, would have rather not had such a weekend. Forced evacuations were imposed by Mayor Michael Bloomberg; however, it was immediately made clear that this decision would not be enforced by the police and that anyone who defied it wouldn´t have to fear criminal consequences. Even luxury lofts in Tribeca Nobel district found themselves again in the midst of the danger zone. Improvised dams of sandbags, as well as schools and colleges that had been converted into emergency shelters should offer protection against Irene. However, in the streets of the supposedly safe areas, such as Greenwich Village, there was an almost relaxed holiday atmosphere. For a change, the district belonged to its residents. For the first time in the history of New York no subways, buses and trains ran any more. The traffic was sparser than on Christmas morning. Taxis had a clear run. But even in the rain, when they are usually occupied or nowhere to be found, many taxis searched in vain for passengers. And where were the sirens of the police, the fire brigade, and the ambulance? The noisy city hummed, she whispered.

New York was figuring out –against its nature- whether it could be a ghost town. Never had the sun set on such deserted streets before. Cinemas, theaters and museums, all closed. Only the most anxious or cautious shop owners had boarded up their windows with plywood, or had tried at least to protect them with wide (adhesive/duct) tape. Only the unshakable Koreans were still selling fruits, vegetables, flowers and six-packs of beer. Between the dark, barred supermarkets, shoe stores, bookstores, newspaper kiosks, restaurants, here and there a gleam of light, a thumping bass, loud voices and an exuberant atmosphere. Irene is not the first hurricane that, despite being threatening, is used as an excuse to have a party. The doomsday scenarios that had been gleefully painted the previous days in the brightest, most glaring colors by the media were just making one feel like an alcohol based alternative program. In Mrs. Begbick words: “Because there is a hurricane / hence we can do anything.”

Nevertheless, the desire for a hurricane party decreased throughout the night and the morning. The news worsened, the closer Irene swirled. However, one on the fifteenth floor could not really get that anxious about the durability of window panes. For days, the House administration had slipped brochures under the door, with new rules of behavior in the event of a hurricane. “Food, water, medicines, flashlights, extra batteries and a little cash are basic equipment.” Previous experiences have shown that whoever accidentally leaves their window open during the storm would contribute to the biggest damages to the structure of the building. It sounded like a warning, not only of the hurricane, but also of our negligence.

The hurricane slowly showed its destructive power. Only in the somber, leaden morning was it taken seriously in New York. Irene took its time to express its anger, less in the wind than in the incessant rain. What was previously suspected in Mahagonny, namely that death emerged out of the water, was now confirmed on the East coast in all its oppressive reality. Deaths, floods, millions of people without electricity – all this happening in slow motion.

New York must regain consciousness to take stock. Is the scale more inclined to tip towards relief or consternation? One should not only consider the hurricane. Before came the earthquake, and in less than two weeks, the city had no choice but to refresh for the tenth time its memory of the terrorist attacks of September 11th. Enough is enough. Even New Yorkers have a different concept of an exciting summer. In any case, nobody is going to be able to accuse Bloomberg of having stayed idle. He has pulled out all the stops as a precautionary measure. Maybe he had not forgotten the debacle of the Christmas blizzard. But his main task was: to do everything to avoid that Irene and Katrina are mentioned in one breath.

Bertol Brecht said that in that night of horror, in Mahagonny, a simple lumberjack named Paul Ackerman, found the laws of human happiness. After the stormy night in New York they sound more like opposites: “We do not need a hurricane / We do not need a typhoon / Since what it can do on terror / We can do yourself.” From now on, he said, this saying is the motto of the people of Mahagonny: “You may.” “Like they have learned during the night of horror”, says Brecht. Hopefully that is the end of the similarity between both hurricanes and both cities. Instead of staying with Brecht and his metaphors, we are going to stay with Bloomberg, the prosaic mayor, who didn´t lose his paternal confidence during the disaster, and ensured that his fellow citizens had appeared again at their best in the emergency.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s